Manche kennen die c’t Fotografie aus dem Hause heise. Ich selber lese die zwar nicht, aber ich weiss, dass viele Anfänger, die auf die eine oder andere Art mit der Computer c’t sozialisiert wurden, während der ersten Schritte in ihrer Fotografie, genau zu diesem Magazin  greifen. 

Erfreulicherweise kann man einzelne Artikel als PDF kaufen, ohne sich gleich mit dem ganzen Blatt befassen zu müssen. Wie gesagt, ich lese sie nicht und das kommt vor allem daher, dass der Verlag nicht so sehr mit Foto-Kompetenz glaenzt. Um es diplomatisch auszudrücken. Im Gegenteil, da werden zuweilen ziemliche Bolzen geschossen.

Wie auch immer, natürlich bin ich daran interessiert, wenn COP von den Medien reflektiert wird. Zuweilen eröffnet einem ein frischer Blick ja auch gelegentlich neue Erkenntnisse. In der aktuellen Februar Ausgabe ist nun ein Artikel ueber das neue COP10 erschienen. Und da der Artikel auch noch von Sascha Ernie geschrieben wurde, fiel der Druck auf den Kaufbutton umso leichter. ...

Um gleich die Frage, »lohnt sich der Kauf des Artikels?« zu beantworten: Jain. Jemand der jeden Tag oder wöchentlich mit COP arbeitet und auch sonst die üblichen Informationsquellen verfolgt, gewinnt keine neuen Erkenntnisse. Andererseits kostet der Artikel so viel wie eine Tasse Kaffee auf dem Hamburger Flughafen - also was solls ... 

Außerdem kann man so auch noch den trockenen Schweizer Humor Ernis genießen: »Im direkten Vergleich zwischen Version 9 und Version 10 fragt man sich, ob die Katalogfunktionen des Vorgängers als Witz gedacht oder tatsächlich als ernsthaftes Arbeitswerkzeug vorgesehen waren.« 

Im ersten Teil des Artikels geht er auf die neue Oberfläche und den nun leichteren Einstieg in COP ein. Das ist mir - in Zusammenarbeit mit meinen Studenten - auch klar geworden, dass die Standard-Oberfläche eher suboptimal für Anfänger ist/war. Erni geht im einzelnen auf die neuen »Desktops« Vereinfacht, Einfach – Importieren Bearbeiten, Exportieren, Einfach – verbundenes Fotografieren und Migration (von Lightroom) ein. Die hab ich tatsächlich noch nie benutzt ... was falsch ist, wenn man anderen in COP etwas erklären will. Wie gesagt: neue Erkenntnisse.

Der zweite Teil beschäftigt sich dann mit den neuen Print&Screen-Optionen. Diese neuen Funktionen sind gar nicht so offensichtlich und vielen ist auch nicht so klar, was man damit alles machen kann, bzw. was anders ist zur Ver. 9. Diese Hinweise sind auch für Intensivnutzer durchaus sinnvoll. Vor allem, wenn es sich fragt, was diese Brille da ganz oben links in COP soll..

Und last but not least erklärt er in der gebotenen Kürze die neuen Funktionen wie Beugungskorrektur, Halo-weg und Ausgangsschärfen.

Erni stellt die Frage, ob sich der Umstieg von 9 auf 10 lohnt, und kommt dann wenig überraschend zum Fazit, für Gelegenheitsamateure eher nicht, für berufliche oder intensive Nutzer auf jeden Fall.

Mir ist beim Lesen noch etwas ganz anderes klar geworden, naemlich, dass sich COP von der Ver. 8 bis zur aktuellen Ver. 10.0.2 doch schon sehr dramatisch geändert hat. Das ist auf der einen Seite gut, aber auf der anderen Seite macht es diverse Ressourcen im Netz völlig obsolet. Meine Quicktipps in COP 8 zu den versch. Katalogsachen oder Workflow in COP 8 sind mittlerweile echt Makulatur. Eigentlich könnte ich die löschen ... Ein Test, eine Rezension, ein Tutorial, ein Blogpost oder gar Buecher&Workshops zu COP 8 sind heute tatsächlich so nutzlos wie das Wissen um die richtigen Peeks&Pokes auf dem C64. Braucht kein Mensch mehr, bzw. ist nur noch von nostalgischenm Interesse. Diese Erkenntnis duennt die ohnehin wenigen (deutschen) Ressourcen zu COP um ein Weiteres aus.

Die einzige richtige Antwort auf dieses Wegdiffundieren ist natürlich, ordentlich neue Erkenntnisse nachzuschieben - in Artikeln, Tests, Rezensionen ... UNameIt. Daher hier nochmal mein Aufruf: Wer eigenes Wissen zu den COP-Ressourcen beizutragen hat, der möge das bitte teilen und nicht eifersüchtig darueber glucken, denn eh man sich versieht, ist dieses Wissen nutzlos. 

Fazit: Wissen rostet deutlich schneller, als Geld auf der Bank und bringt nur dann Zinsen, wenn man es unter die Leute bringt.

Autor: Sven Tetzlaff

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