Capture One Pro bietet dem Fotografen mehrere Möglichkeiten, seine Fotos zu organisieren. Ursprünglich gab es nur die sogenannten »Sessions« bzw. Sitzungen, die dem Umstand geschuldet waren, dass der Urahn von COP Lightphase Capture/ Portrait One, vor allem zur Aufzeichnung von Fotos aus Scanrückteilen gedacht war. Diese »tethered« Arbeitsweise ist bis heute eine der großen Stärken von COP. Übrigens gehört zu dieser DNA auch das geniale Colour-Balance-Wheel (auch wenn es bis heute schon etliche Mutationen über sich ergehen lassen hat).

Lange Zeit war diese Arbeitsweise den Fotografen genug. Alle weiteren Organisationen waren 3rd-Party-Programmen überlassen. Mit dem Advent von Lightroom, und dessen extreme Popularität vor allem im Hobby-Bereich, welcher mit der Digitalfotografie geradezu explodierte, vergroesserte sich der Druck auf PhaseOne, doch nun auch endlich eine integrierte Organisation bereitzustellen.

Mit der ver.7 wurde dann ein rudimentärer Katalog integriert, der diesen Namen aber erst ab ver.9 auch wirklich verdient, und spätestens mit ver.10 hat COP Lightroom hinter sich gelassen. COP orientierte sich bei der Katalogimplementation an Aperture (R.I.P.), mit seinem versteckten Katalogcontainer, und natürlich an Lightroom, das eher filebasierend angelegt war. Mit dem Ergebnis, dass ich in COP nun Bilder sowohl irgendwo im Filesystem für den Katalog bereitstellen kann und/oder diese Bilder in einen Container importiert werden können. Ich habe also einen bunten Strauss an Organisationsmoeglichkeiten ...

Vom Katalog zur Session

Doch auch die Sessions sind eine Form der Organisation. Der wesentliche Unterschied zum Katalog ist, dass ich die Metadaten eben nur innerhalb einer Session aufrufen kann und das die Ablage der Assets immer im Filesystem stattfindet. Sessions haben ihre eigenen Vorteile. Z.B. dann, wenn man seine Daten neu verteilen möchte, wenn man ueber Netzwerke in Teams operieren muss, wenn man Tethereds (z.B. in der Produktfotografie) fortsetzen will usw. usf. ...  

Kataloge ihrerseits sind zwingende Voraussetzung, wenn man über seinen gesamten Datenbestand einen Überblick behalten muss und dabei die Verschlagwortung und Ähnliches konsistent halten will. Ein Archiv ohne Katalog ist nur schwer vorstellbar.

Entsprechend bietet sich natürlich eine gemischte Arbeitsweise an, die ich hier auch schon beschrieben habe. Dieser Workflow endet naturgemäß in einem (oder mehreren) Katalog(en). Entsprechend bietet COP natürlich auch die Möglichkeit, Sessions auf sehr einfache Weise in die Kataloge zu importieren.

Doch es gibt durchaus auch Umstände, wo es wünschenswert wäre, aus einem Katalog wieder eine Session zu machen. Eine solche Option gibt es auf den ersten Blick in COP nicht. Praktisch gesehen, geht das jedoch sehr einfach.

Üblicherweise haben Sessions die Struktur, dass im Sessionsfolder eine Sessions-Datenbank gibt und dann verschiedene Unterordner wie Capture, Output, Trash und  Selects. In dem Capture-Ordner befindet sich noch eine weiterer Unterordner mit dem Namen CaptureOne, in dem die *.cos Files liegen. Diese *.cos-Files sind nichts anderes, als erweitere XMP-Dateien, in der alle Entwicklungseinstellungen, Metadaten usw. für das Bild  untergebracht sind. 

Wenn man mal darauf achtet, dann werden bei einem Export eines Katalogs, die Files mit dem Unterordner CaptureOne an der Zieladresse abgelegt. Was liegt also naeher, als als Zieladresse für einen solchen Export gleich den Capture-Ordner einer Session anzugeben? Und siehe da, das funktioniert ganz ausgezeichnet, und zwar auch, wenn man von verschiedenen Katalogen in diesen Ordner exportiert oder aus dem selben Katalog verschiedene Auswahlen. Die entspr. *.cos Files werden im CaptureOne-Ordner ergänzt. Dies legt natürlich nahe, dass man die Benamung der exportierten Files mittels der Token  möglichst doublettensicher anlegt.

Last but not least muss man dann noch aufräumen. Natuerlich hat man mit dieser Aktion zusätzliche Redundanz erzeugt. Gerade wenn die Dateien im Filesystem herumliegen, kann das evtl. irgendwann verwirren. Löscht man die, sollte man daran denken, dass man die Dateien und die Referenzen aus dem Katalog loescht. Bei einem integrierten Katalog bzw. den integrierten Bildern kann man das natürlich intern regeln.

Screen Shot 2017 03 21 at 4.58.03 PM
Je nach Auswahl Current Location oder Inside Catalog verbleiben beim import die Bilder dort wo sie sind und werden im Katalog refernziert oder sie werden in einen Container verschoben.
Screen Shot 2017 03 21 at 5.17.47 PM

Der Export des Katalogs in den Capturefolder einer Session fuehrt zum gewuenschten Ergebnis. U.U. sollte ein uniquer Name mit Hilfe der Token vergeben werden.

 

In Kürze

1) eine leere Session anlegen

2) den zu exportierenden Katalog öffnen

3) Katalog (Inklusive Adjustments)  in den Capture-Ordner der Session exportieren. Evtl. Benamung fuer Export anpassen. 

4) Katalog bzw. Referenzen aufräumen

 

 

Autor: Sven Tetzlaff

0
0
0
s2sdefault