Ich werde gelegentlich gefragt, was ich von Media Pro halte? Nun ... die Antwort ist nicht ganz einfach. Ich unterscheide ja zwischen beruflicher und privater Anwendung - wenn auch nicht so konsequent, wie ich das eigentlich möchte. Beruflich nutze ich MP nicht – privat dagegen schon. Nicht so sehr, weil es nicht auch Besseres gäbe, sondern eher, weil das historisch so gewachsen ist.

MP ist in der Tat ein historisches Programm. Manch einer kennt vielleicht noch iView oder Media Express? Es gab Zeiten, da verfügte C1 noch nicht über ein integriertes DAM. Die Entscheidung von P1, ein solches DAM hinzuzukaufen, war sicher richtig. Vor allem Anbetracht der lautstarken Forderung von LR-Wechslern – seinerzeit. Möglicherweise ist auch ein wenig MP-KnowHow in C1 diffundiert ... ich weiß es nicht. ...

Und damit sind wir auch schon bei der Beantwortung der o.g. Frage. Wenn ich lediglich Bilder – und auf niedrigem Niveau Movie-Footages – verwalten möchte, dann brauche ich MP nicht. Das kann C1 ganz wunderbar alleine. Die Situation sieht schlagartig anders aus, wenn ich weitere »digitale Assets« mit Bildern und Videoschnipseln gruppieren möchte ... oder muss.

Klassisch wäre da z.B. das Online-Magazin. Ein solches Magazin enthält Texte, Pdf, Bilder, Layouts, Videos, Audio ...  Darüber hinaus gehören u.U. weitere Dokumente dazu, wie z.B. ein NDA, einen Kalender, Verträge, Dokumentvorlagen etc. pp. Also Dinge, die man für gewöhnlich an verschiedenen Stellen, wie z.B. einer Projektverwaltung findet.

Will ich die erstgenannten Assets dieser »Projekte« einigermaßen ordentlich zusammenhalten, dann ist MP zumindest ein geeigneter Kandidat. Die zweitgenannten typ. Projekt-Assets kann MP nicht vernünftig verwalten und es gibt m.W. auch keinen Anschluss an eine Projektverwaltung. Ob die letztlich benötigten Features in MP enthalten sind, sollte man vorher genau prüfen (https://www.phaseone.com/de-DE/Products/Software/Media-Pro/Features.aspx).

MP hat nach meinen Erfahrungen keine Probleme mit richtig großen Katalogen >100,000 Medien. Das flutscht selbst auf einem betagten Laptop. Die Oberfläche ist ... OK ... auch wenn man ihr das lange Leben anmerkt. In bestimmten Grenzen ist MP durch Scripte erweiterbar. Wie üblich, sind diese jedoch kaum dokumentiert. Der größte Vorteil von MP gegenueber anderen DAM ist die sehr enge Verzahnung mit C1, bis hin zur Back-n-Forth Synchronisation.

Die wichtigste Einschränkung ist, dass MP nur lokal funktioniert. Sollte ich ein kollaboratives DAM brauchen, dann ist es ungeeignet. In dem Falle sind die üblichen Verdächtigen wie Resourcespace, MerlinOne oder Cumulus die geeigneteren Anwärter. Diese sind für das SOHO jedoch deutlich überdimensioniert.

Fazit: MP ist für die schnelle und sichere Verwaltung von (Medien)Daten im SOHO geeignet. Wichtigstes Alleinstellungsmerkmal ist die enge Verzahnung mit C1. Für alles, was darueber hinaus geht, ist ein Blick auf die diversen Wettbewerber jedoch dringend angeraten. Will ich nur Bilder und Videos verwalten, reicht C1 völlig aus.

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