Umsteigen - kurze Fragen von Sandeeh

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1 Monat 7 Stunden her - 1 Monat 6 Stunden her #1058 von sventetzlaff
sventetzlaff erstellte das Thema Umsteigen - kurze Fragen von Sandeeh
Sandeeh hat mir im Heiseforum ein paar Fragen gestellt, die evtl. auch andere Umsteigewillige interessieren. Das Originalpost findet ihr hier: www.heise.de/forum/p-31236078/

Re: Capture One Pro ... und die liebe Seele hat seine Ruh. ...

Das eigentliche Problem ist eben der Wechsel (Migration) vom LR-Datenbestand hin zu Capture One (Pro). Mir ist bisher keine (technisch) umfassende Lösung bekannt, welche die LR-Daten verlustfrei nach Capture One migriert: seien es die vorhandenen Entwicklungsschritte in LR oder auch das visuelle Ergebnis nach einer Migration. Das Thema "Schulung" und Umlernen vom LR- auf den C1 Workflow sehe ich hingegen als nicht so kritisch an, da man mit ausreichend Lernmotivation und didaktisch gutem Material das immer hinbekommen sollte. Es gibt wohl auch die Möglichkeit, C1 dahingehend anzupassen, das man einen ähnlichen Workflow wie in LR verwenden kann.

Bzgl. Features und Integration haben wir uns an einige LR-Besonderheiten gewöhnt:

(1) Panorama: funktioniert recht gut direkt in LR. Alternativ via Export und externem Stitcher "Hugin" (zuvor).

(2) Ausrichten: insbesondere bei Weitwinkelaufnahmen liefert LR für uns sehr gute Ergebnisse.

(3) Integration mit PS: Vieles erledigen wir direkt mit den lokalen Korrekturmöglichkeiten direkt in LR, aber z.B. für dezente Hautglättung oder Integration von Text/Schrift in das Bild verwenden wir PS: (RAW => PSD Export aus LR => Bearbeitung in PS => bearbeites PSD erscheint direkt in LR). Darauf möchten wir ungern verzichten - auch wenn es nur eine klitzekleine Kleinigkeit ist. Denn am Ende wird das finale Ergebnis immer über LR exportiert (als Hub & Single Point).

(4) Wasserzeichen: Je nach Verwenungszweck wird während des Exports ein Wasserzeichen (PNG, transparent) eingefügt - ist das auch in C1 flexibel möglich?

Das sind vier Punkte, die uns bei bisherigen Wechselversuchen hin zu Capture One Pro stets abgehalten haben. Ein umfassendes Q&A-Kompendium bzgl. Wechsel von LR zu C1 wäre sicherlich auch sehr hilfreich für Wechsler: "Wie mache ich dies & das in C1, was bisher in LR erfolgte?" Und in diesem Zusammenhang wäre auch eine (ehrliche) Übersicht der gemeinsamen Funktionalitäten aber auch der Unterschiede (was kann C1 noch nicht) zielführend. Das Thema ist doch etwas komplexer, als nur der reine Wechsel des RAW-Entwicklers selbst...

Notfalls funktioniert bei nicht unterstützten, neuen Kameramodellen und RAW-Formaten bisher immer noch der Umweg über den Stand-Alone DNG-Konverter mit anschließendem Import des DNG in LR. Aber DNG ist leider auch kein Zukunftsformat, weil es nur von sehr wenigen Applikationen außerhalb des Adobe-Universums unterstützt wird...

Viele Grüße, Sandeeh.

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Zu Punkt 1: Es gibt keine Panoramafunktion in COP. (Ich bin mir auch nicht so sicher, ob die je kommen wird.) Allerdings benoetige ich diese Funktion gerade fuer die Digitalisierung von grossen Negativen sehr oft. Ich benutze dazu Affinity im Roundtrip (COP-> Affinity -> COP) Die Prozedur hab ich in den Analogvideos angedeutet. Ich hatte dazu frueher auch Hugin verwendet, was aber etwas holprig ist. Der PS-Algorithmus war mir deutlich zu ungenau und hat es NICHT geschafft, kontrastarme Negative ohne Artefakte zu stitchen.

Zu Punkt 2: Auch wenn ich LR kaum kenne, wuerde ich dennoch die Ausrichten etc. Funktionen in COP als weiter fortgeschritten als in LR ansehen. Es gibt zwar keinen Automatismus (ausser mit P1 Rueckteilen), aber die manuelle Einstellung ist deutlich praeziser und fuer meinen Geschmack auch intuitiver als in LR. Das bezieht sich z.T. auch auf die Entzerrung von Objektiven. besonders wenn es um LCC und Tilt-Shift-Objektiven geht. Allerdings sind in der COP-Datenbank laengst nicht soviele Objektive, wie in der Adobe DB. Ich kann mir diese Profile anlegen, das ist aber nicht das gleiche wie ein hinterlegtes Profil. Ich arbeite mit sehr vielen Objektiven die nicht unterstuetzt werden z.B. im Bereich GF. Die haendische "Profilierung" (inkl. LCC, LightFallOff, HaloSurpression ...) funktioniert m.E. ausgezeichnet

Zu Punkt 3: COP unterstuetzt zwar PSD-Files (ohne Ebenen). Das heisst, hier muss man doch etwas umdenken. Der Roundtrip von COP -> EBV -> COP sollte m.E. immer erst am Ende des Workflows stehen. Man kann daruber streiten, aber ich halte das fuer dringend geraten, zumal nicht alle Korrekturmoeglichkeiten fuer jedes Dateiformat vorhanden sind. Das Auftauchen des Bildes in der Bibliothek erfolgt analog zu LR. Hab ich eine TIFF-Vorlage, z.B. nach dem SCAN eines Negatives, kann ich den Roundtrip verlustfrei gestalten und es ist rel. egal wann und wo ich den durchfuehre. Scanne ich DNG, dann wird das Bild fuer den Roundtrip in PSD oder TIFF gewandelt - dann mache ich das besser zum Schluss. Der Ausgabe in COP ist es relativ egal, welches Dateiformat verwendet wird. Das betrifft uebrigens auch den Proof (den es m.W. bei LR so nicht gibt).

Eine ganz andere Frage ist, ob man fuer z.B. Hautglaettung, Farbanpassungen etc. wirklich einen Roundtrip benoetigt. Gerade was Hauttoene und Farbmanipulationen (auf Ebenen) betrifft, ist COP LR um Lichtjahre voraus. Mal ganz abgesehen davon, dass ich mit dem "Tethered Shooting" im Liveview gerade bei der Studioarbeit schon etliche Probleme onthefly erledigen kann.

Zu Punkt 4: Das geht ganz genauso wie in LR. Dank der Rezepte kannst du die Prozedur auch ein wenig auffaechern. Also z.B. eins fuer Online, eins fuer Redaktion und eins fuer Kunde mit unterschiedlichen oder keinen WM ... und das alles in einem Rutsch.

Ein paar Anmerkungen noch:

"Es gibt wohl auch die Möglichkeit, C1 dahingehend anzupassen, das man einen ähnlichen Workflow wie in LR verwenden kann." Ja, diese Moeglichkeit gibt es wohl und ich wuerde DRINGEND davon abraten. Ein Workflow sollte m.E. IMMER neu fuer eines konkrete Umgebung konzipiert werden. Recycelte Workflows verhindern, dass man COP voll ausnutzt. Man schleppt alten Ballast mit und macht sich das Leben unnoetig schwer. Siehe dazu auch meine Anmerkungen:


"Notfalls funktioniert bei nicht unterstützten, neuen Kameramodellen und RAW-Formaten bisher immer noch der Umweg über den Stand-Alone DNG-Konverter mit anschließendem Import des DNG in LR. Aber DNG ist leider auch kein Zukunftsformat, weil es nur von sehr wenigen Applikationen außerhalb des Adobe-Universums unterstützt wird..."

Auch PhaseOne ist kein so grosser Fan von DNG und empfiehlt, so die Kamera unterstuetzt wird, das RAW zu verwenden. Hier gibt es aber eine gewisse Sprachverwirrung. Meine M(240) wirft als RAW ein DNG aus. Die Bilder kann ich in COP problemlos entwickeln, da COP auf den DNG-Standard zurueckgreift. COP koennte auch das "EMBEDDED RAW" unterstuetzen. Bei der M10 machen sie das ab ver. 10.2 auch. Das heisst, es werden nicht mehr die DNG-Standards verwurstet, sondern nun das echte RAW. Das fuehrt bei manchen Leuten zu Verwirrungen, da die Ergebnisse nun natuerlich andere sind. Das betrifft auch die Presets etc. pp.

Ich habe zu diesem Thema gerade einen weinerlichen (und sehr peinlichen) Artikel eines Hamburger Hochzeitsfotografen gelesen, der sich dieser Grundlagen nicht so klar war und Kraft seiner Wassersuppe in den Soc.Med. nun lautstark "anprangert", dass alle seine Presets nun wertlos seien und weiteren Bloedsinn mehr... Leider hat mein Lieblingspodcast Happyshooting in der Folge #526 diesen Quark aufgegriffen und noch weiteren Unsinn hinzugefuegt. So z.B. dass COP nicht Ruekwaertskompatibel waere oder man das DNG in der Leica einstellen koennte .... Wie gesagt, Quark, zumal ich tatsaechlich sogar noch die Engine der ver. 6 nutzen koennte (wozu man das auch immer braucht). Ich fotografiere mit COP seit der ver. 3 und habe sowohl mit unterstuetzten, als auch mit nicht unterstuetzen Kameras keine Kompatibilitaetsprobleme gehabt.

Grundsaetzlich: COPs Vorgehen, Algorithmen und auch Konzepte sind dem Fotobearbeiter sehr entgegenkommend, aber sie setzen einen gewissen Wissensstand und auch eine Organisiertheit voraus, die von LR evtl. nicht benoetigt wird. Will sagen, die Lernkurve ist deutlich steiler ... es gibt mehr Moeglichkeiten auch richtigen Mist zu machen. Wer dazu keine Lust hat und lieber auf 3rd-Party-Plugins und One-Button-Loesungen setzt, der ist bei COP denkbar schlecht aufgehoben.

"Perfection is finally attained not when there is no longer anything to add, but when there is no longer anything to take away." - Antoine de Saint-Exupéry
Letzte Änderung: 1 Monat 6 Stunden her von sventetzlaff.

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1 Monat 1 Stunde her #1059 von Robbi
Robbi antwortete auf das Thema: Umsteigen - kurze Fragen von Sandeeh

sventetzlaff schrieb: Zu Punkt 3: COP unterstuetzt zwar PSD-Files (ohne Ebenen). Das heisst, hier muss man doch etwas umdenken. Der Roundtrip von COP -> EBV -> COP sollte m.E. immer erst am Ende des Workflows stehen. Man kann daruber streiten, aber ich halte das fuer dringend geraten, zumal nicht alle Korrekturmoeglichkeiten fuer jedes Dateiformat vorhanden sind. Das Auftauchen des Bildes in der Bibliothek erfolgt analog zu LR.


Das ist nicht ganz richtig.
1. Wenn man in LR ein Bild auswählt und diesen nach PS bringt, wird erst keine Datei auf der Platte erzeugt.
2. Erst wenn ich das Bild in PS bearbeitet habe und auf Speichern geklickt habe, wird eine Datei auf der Platte erzeugt UND diese erscheint automatisch in C1.
Gerade den letzten Part vermisse ich in C1, denn es ist lästig und mühsam immer wieder sich auf die "Suche" zu machen wo ggf. neue Bilder vorhanden sind.

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4 Wochen 2 Tage her #1062 von sventetzlaff
sventetzlaff antwortete auf das Thema: Umsteigen - kurze Fragen von Sandeeh

Robbi schrieb: Das ist nicht ganz richtig.
1. Wenn man in LR ein Bild auswählt und diesen nach PS bringt, wird erst keine Datei auf der Platte erzeugt.
2. Erst wenn ich das Bild in PS bearbeitet habe und auf Speichern geklickt habe, wird eine Datei auf der Platte erzeugt UND diese erscheint automatisch in C1.
Gerade den letzten Part vermisse ich in C1, denn es ist lästig und mühsam immer wieder sich auf die "Suche" zu machen wo ggf. neue Bilder vorhanden sind.


Es gibt mehrere Optionen fuer einen Roundtrip. Manche sind mehr round, manche weniger. Wenn ich Edit With und NICHT(!) Open With verwende, wird sofort nach dem Austauschformat gefragt. Wenn ich die Datei dann schliesse und speichere ohne weitere Ortsangaben, dann landet sie auch im entspr. Ausgangsordner. Ueblicherweise dem Capture-Ordner. Ebenso taucht die Datei automatisch im Browser auf, vorausgesetzt, dieses Dateiformat ist nicht ausgeblendet.

Verwende ich Open With oder ein Rezept, muss ich mich um das Uebergabeformat und den Speicherort selber kuemmern.


Bei Open With muss ich mich um Ort und Format selber kuemmern. Idealerweise ist Edit With die bessere Wahl fuer einen einfachen Roundtrip


Verwende ich Edit With, muss ich ein brauchbares Uebergabeformat festlegen. Ich verwende meist TIFF/16BIT/9600dpi.

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4 Wochen 2 Tage her #1063 von Robbi
Robbi antwortete auf das Thema: Umsteigen - kurze Fragen von Sandeeh
Es geht nicht darum, dass ich über Rezept Sachen einstellen muss wie Speicherort und ob ich die Datei mit einem weiterem Programm öffnen will, sondern darum dass sie nicht im Katalog landet. Ich muss "extra" auf Synchronisieren oder so klicken. Bei einem Foto ist das nicht weiter schlimm. Wenn ich aber aus verschiedenen Ordnern X Fotos erst in die Queue geschickt habe um sie dann alle auf einmal an PS zu übergeben, weiß ich anschließend nicht welche Ordner ich den Synchronisieren muss (was nun mal lästig ist)

Bei aller ehre für Dein Einsatz und Tips - Capture Ordner gibt es doch nur bei Session. Das sich dann Session damit anders verhält als Katalog ist nicht neu.

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4 Wochen 2 Tage her #1064 von sventetzlaff
sventetzlaff antwortete auf das Thema: Umsteigen - kurze Fragen von Sandeeh
Das sich dann Session damit anders verhält als Katalog ist nicht neu.

Das ist korrekt, im Katalog habe ich keinen expliziten "Capture"- oder sonstwie Ordner. D.h. gemaess der Katalogphilosophie muesste hier das Bild erst importiert werden. Ueblicherweise befinden sich die TIFFs (in diesem Fall) dann im Originals-Ordner oder eben in einem Container.

Auch wenn ich den Katalog kaum fuer die Bearbeitung nutze, kommt es ab und an mal vor. Dafuer (und fuer aehnliche Faelle) habe ich einen extra Ordner (tiffvonaff) eingerichtet, in dem temporaer diese Datein landen. Also solange, bis sie in den Katalog mit dem Import-Befehl verschoben werden.

Meine allgemeinen Katalogausgaben befinden sich in einem OrdOut-Ordner (ordinary out) in entspr. Unterverzeichnissen. Die proprietaeren Affinity-Dateien sind im Ordner affinity und die Bilder, die im Katalog-Round-Trip entstehen und von COP importiert werden sollen landen im tiffvonaff-Ordner.



Ich habe diese 3 Ordner im Schnellzugriff, um das wilde rumgeklicke auf ein Minimum zu begrenzen.

Letztlich ist das aber auch wieder ein gutes Beispiel dafuer, dass die einfache Uebernahme eines gegebenen Workflows ziemlich bloede ist. LR-User, die ihren WF versuchen 1:1 abzubilden, werden an der Stelle evtl. genervt sein. In meinem WF bekomme ich von dieser Problematik fast nichts mit ...

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4 Wochen 2 Tage her #1065 von Robbi
Robbi antwortete auf das Thema: Umsteigen - kurze Fragen von Sandeeh

sventetzlaff schrieb: dass die einfache Uebernahme eines gegebenen Workflows ziemlich bloede ist. LR-User, die ihren WF versuchen 1:1 abzubilden, werden an der Stelle evtl. genervt sein.


Na ja Aperture hat es genau so gemacht wie LR und wenn ich ehrlich sein soll, ist mir an der Stelle die Vorgehensweise von C1 nicht erklärbar - zumindest dann nicht wenn wir über Katalog/ DAM sprechen.
Das ist irgendwie ärgerlich aber ...... na ist halt so.
Die Katalog Performance unter Windows ist für mich ein Grund das ganze Zeug weg zuschmissen. Ich glaube nämlich nicht mehr daran, dass Phase One hier in der Lage ist etwas zu verbessern. Diesen Fehler irgendwann mich auf die Katalogfunktion einzulassen werde ich mir wohl nie verzeihen. Das ist eben Ergebnis wenn man sich immer etwas schön reden will "das kriegen die bestimmt in nächster Version hin"

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